Freitag, 6. Dezember 2013

Das BamBam und der König der Zäune.

Hab ich heute morgen in einer Wiese einen kleinen Vogel aufgescheucht. Frauchen sagt, das sei der König der Zäune gewesen. Und da ist mir ein Erlebnis eingefallen, das ich in den ersten Wochen bei Frauchen hatte und das Frauchen für mich zu einer Geschichte gemacht hat . Die steht nicht mehr im großen Internet, aber die will ich euch zeigen.

Das BamBam und der König der Zäune.
"Frauchen, ich will in den Wald," sagte das BamBam am Morgen. "Ich will den König der Zäune treffen."
"Hääää?" fragte Frauchen.
"Ja, die Vögel sagen, der König der Zäune könnte mich töten, wenn er will," erklärte das BamBam seinem dumm guckenden Frauchen. "Außerdem muss ich dringend pieseln."
"OK, das ist ein Argument," nickte Frauchen, zog sich an, verrichtete ihre allmorgendlichen Geschäfte und führte das BamBam nach draußen. Als alle Geschäfte erledigt waren, fragte Frauchen: "Und wo willst du jetzt den König der Zäune treffen?"
"Das weiß ich noch nicht, Frauchen. Wir müssen ihn suchen. Komm einfach hinter mir her." Und das BamBam nahm sein Frauchen an die Schleppleine und trabte zur Wiese am Bach.
Niemand war dort zum Raufen und Toben, also trabte das BamBam weiter. Über das Brückchen, links auf den Reitweg, der zum großen Haus mit den vielen Pferden führt. Unterwegs fand es ein Stöckchen und spielte damit, wie eine Katze mit einer lebendigen Maus. Dann besann es sich, dass es ein großer Hund sei und raste voraus, sprang über
umgestürzte Bäume und achtete genau darauf, dass sein Frauchen im folgte. Es machte einige Spiele mit Frauchen, für die es die Leberwurstnuckeltube nuckeln durfte, und andere für die es ein Komm-Käsi oder Trockenfutter bekam. Das BamBam frühstückt allmorgendlich auf diese Weise im Wald, während sein Frauchen nur einen Kakao im Bauch hat und sich leer anfühlt.
So kamen sie in die Nähe des Schäferhundeplatzes als sich plötzlich ein winziger Vogel von einem Zaun herab vor des BamBam's Nase stürzte und schrie: "Ich bin der König der Zäune. Ich kann dich töten, wenn du willst."
"Will ich nicht, du Winzling," schrie das BamBam und raste hinter dem kleinen König der Zäune her. Der flog immer gerade so 50 cm vor des großen BamBam's Nase und neckte das BamBam. "Fang mich doch, fang mich doch!" Er setzte sich sogar kurz auf eine Baumwurzel und wartete, bis das BamBam ihn fast eingeholt hatte. Dann flog er weiter. "Ich werde dich töten, ich werde dich töten!" rief der König der Zäune unablässig. Er flog kreuz und quer durch den Wald und alles Gebüsch, aber er verfolgte arglistig eine bestimmte Richtung: Die Straße! Und das BamBam folgte ihm und wusste nach kurzer Zeit nicht mehr, wo es selbst war. Schon gar nicht mehr, wo sein Frauchen war.
Aber sein Frauchen beobachtete das BamBam, wie es durch den Wald raste mit dem kleinen König der Zäune immer vor der Nase. Dann ertönte ein Piff. Das BamBam erkannte seinen Leberwurstnuckeltubenpfiff und soppte abrupt. Es schaute sich um. Seine Blicke fragten, 'wo ist Frauchen?' Der Pfiff ertönte ein zweites mal. Sofort ortete das BamBam die richtige Richtung und raste los. Daaa war sein Frauchen, die Nuckeltube schon in der Hand.
"Beinah hätte der König der Zäune dich getötet," sagte das Frauchen.
"Pfffff... wieso das denn?" fragte das BamBam nuckelnd.
"Weil dort die Straße ist," erklärte sein Frauchen. "Und auf der Straße kann ein BamBam sterben." Das BamBam schaute mit großen Augen sein Frauchen an. "Gut, dass du mich gerufen hast, Frauchen." - "Gut, dass du gehorcht hast," antwortete das Frauchen und knuddelte ihr BamBam glücklich durch.
So marschierten sie weiter und genossen den kalten, sonnigen Wintertag.

Ihr wundert euch sicher, dass ich damals sofort zu Frauchen zurückkam, als sie gepfiffen hat? Weil ich das ja heute nicht mehr tue? Jaja, damit hab ich an dem Tag aufgehört, als ich das erste Mal beim Pinkeln das Bein gehoben habe. An dem Tag hab ich beschlossen, ein freier Hund zu sein, dem niemand vorschreibt, wann er wohin laufen darf. Bis heute zieh ich das durch. OK, ich versuch es. Es sei denn Frauchen erwischt die Schleppleine.

2 Kommentare:

  1. Herrlich geschrieben die Geschichte mit dem König der Zäune, passt wunderbar in die adventszeit.
    Einen ganz lieben Nasenstups von Ayka

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  2. Liebes BamBam, das ist eine sehr schöne Geschichte...
    Mögen sich die Worte des zauberhaften Vogels - neben dem Wintergoldhähnchen, eines meiner Lieblingsvögel - grausam anhören, doch wahren sie so wahr. Gut, dass Du auf Dein Frauchen und den Appetit auf Leberwurst gehört hast.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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