Irgendwann hab ich mal irgendwo gelesen, dass man Hunden eine Entspannungshilfe bieten kann, wenn man diese Hilfe in Momenten "installiert", in denen der Hund tiefenentspannt ist. In Schmuseminuten zum Beispiel. Bei BamBams Vorgänger hab ich "gebrummt". Irgendeine Melodie in tiefen Brummtönen hat ihn später so entspannt, dass er z.B. auf dem Röntgentisch einfach liegenblieb, oder Ähnliches.
Bei Bambam hab ich angefangen eine 3-Ton-Melodie zu singen mit dem Text "Alles gut!". Damit und mit Rescue-Tropfen überleben wir inzwischen Silvester, Geböller während des Jahres und Gewitter. Irgendwann in diesem Jahr hab ich die Melodie auf der Mundharmonika gespielt und gemerkt: Das mag er.
BamBam kommt nicht kuscheln, wenn er Angst hat. Er verlässt seinen Lieblingsplatz - das Bett - und steht hechelnd und mit hilfesuchendem Blick im Flur und schaut mich an. "Mach was, ich hab Angst!"
Dann fang ich an zu singen oder zu "mundharmoniken". Nicht lange, dann kommt er aus dem Flur zurück ins Wohnzimmer und setzt sich hechelnd hin. Im weiteren Verlauf hört das Hecheln auf und der legt sich hin, Kopf hoch, immer noch alarmiert und "bereit zur Flucht" in den Flur. Wenn der Kopf dann auf den Boden sinkt, ist alles gut. Wenn er zurück auf sein Bett kommt und sich dort hinlegt, hab ich gewonnen.
Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie er sich während dieses Prozesses beruhigt. Und es ist schön, ein Mittel zu haben, mit dem man diesen Prozess in Gang setzen kann.
Wenn er tagsüber Angst bekommt, krieg ich das ja mit. Aber nachts schlaf ich. Meistens werde ich wach, wenn er vom Bett runter springt. Großer Hund springt vom Bett - das macht Geräusche. Aber im Tiefschlaf krieg ich es auch schon mal nicht mit. Und da hat er sich jetzt was Neues ausgedacht: Er weckt mich mit der Pfote. Steht nicht mehr nur im Flur und hypnotisiert das schlafende Frauchen, bis es aufwacht. Nein, er kommt und weckt mich. "Ich hab Angst, du musst was machen!"
Heute Nacht waren Gewitter. Mehrere zogen nacheinander über uns hinweg. Eigentlich alles nur Wetterleuchten mit sanften Grummeldonnern. Nichts aufregendes, vor dem man sich als Mensch fürchten muss. Aber für die Hundeseele war es schlimm genug. Die Nacht bestand aus Mundharmonikaspiel, einschlafen, geweckt werden, Mundharmonikaspiel, einschlafen, geweckt werden, usw. usw. Ich bin totmüde. Inzwischen ist es halb 6 und ich glaube ich kann es noch einmal mit Schlafen versuchen. Seit ca. 1 Stunde leuchtet und grummelt nichts mehr am Himmel. Eine weitere Pfotenweckung wird mir jetzt wohl erspart bleiben.
Aber so eine Entspannungshilfe - ein Lied, ein Mantra oder Ähnliches - zu installieren, kann ich wirklich empfehlen. Man kann nichts kaputt machen damit. Aber wenn es funktioniert ist es eine tolle Sache.
Das ist wirklich schön, dass es bei euch so gut funktioniert. Ich glaube nur, Chris würde ausreißen, wenn ich ihm was vorsingen würde :-) Gewitter machen ihm zum Glück nichts aus, nur an Silvester braucht er Hilfe. Auch das unterjährige Geböller lässt sich ertragen, sofern es nicht in unmittelbarer Nähe ist. Auf die Idee, mich nachts zu wecken, kommt er aber nicht, leider. Selbst wenn er mal Durchfall hat. Das wird dann irgendwo in der Wohnung erledigt und dann wird weitergeschlafen. Das Frauchen wirds schon irgendwann merken, dass irgendwo was liegt, das dort nicht hingehört.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Britta & Chris