Wer jetzt aber glaubt, ich würde mich an meinen Futtertagen auf meinen Napf stürzen und halb verhungert alles auf einmal in mich reinschlingen, der irrt sich. Ich lass mir dafür richtig Zeit. Ich ess mal ein bisschen und lass es wieder stehen und ess irgendwann wieder ein bisschen und so weiter.
Zwischendurch bettel ich natürlich trotzdem Frauchen an, für Käsis, oder Knabberzeugs. Das schmeckt ja auch alles lecker und ich hätte halt auch an Futtertagen lieber nur son Zeugs. Krieg ich aber nicht. "Hast du deinen Napf leergegessen?" fragt sie dann immer. Und wenn der Napf leer ist, freut sie sich wie blöde und gibt mit noch was richtig Tolles. Ein Stück Kehlkopf zum Knabbern, oder ein Stück tiefgekühlte Lunge, an dem ich mir die Zähne ausbeißen kann. "Nachtisch" nennt sie das.
Und ich glaube, heute hab ich das System durchschaut.
Ich so heute:
- in die Küche gehen
- Napf leer gegessen
- dann in das Nachtisch-Schrank-Zimmer gehen
- dann zu Frauchen, aufs Bett steigen, wedelnwedeln (soll heißen "ich bin fertig mit essen, geh gucken und gib Nachtisch")
- aufstehen,
- Napf kontrollieren
- jubeln und loben
- und holt den Nachtisch!!!
Heute wars ein Stück Kehlkopf.
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