Heute hat Frauchen eine Ausnahme gemacht und ist mit mir zur Tobewiese am Bach gegangen. Ist ja eigentlich Ostermontag, aber bei zwei Sonntagen hintereinander, fügen wir uns in unser Schicksal und gehen eine Runde raus.
Kam ein junger, 9 Monate alter Tibeter: Ben. Lief frei. War nett, wir haben getobt, und sind zusammen eine Strecke um die Wiese gegangen. Während wir uns amüsierten kamen Hunde, die wir nicht kannten. Bens Frauchen war nicht von hier, kannte die also auch alle nicht. Ich musste immer zu Frauchen, Ben durfte laufen.
Er lief mit den anderen Hunde mit, zurück woher wir gekommen waren, großer Radius, sein Frauchen quatschte mit meinem. Ben tut nix. Wirklich nicht. Frauchen sagte mal: "Sein Radius wär mir zu groß. So weit lass ich BamBam nicht weg." Klar, ich gehorch ja auch nicht, wenn sie ruft. Aber Ben gehorcht halt auch nicht, wenn er gerufen wird. Er ist nämlich ein "Alphahund"!
An einer Stelle hinter einer unübersichtlichen Kurve mit viel Gebüsch blieben die Frauchens stehen, während sie quatschten. Ich auch, Frauchen stand ja auf meiner Leine.
Ben lief um die Kurve rum und war außer Sicht, außer Kontrolle, eben einfach weg. Sein Frauchen erzählte weiter und weiter und meins fragte: "Entschuldigen Sie mal grad: Ist Ihnen das jetzt egal, dass sie nicht wissen, was der tut und wem der begegnet?" Sie: "Ja, ich bin da ganz relaxt." Frauchen schwieg einen Moment, dann erzählte sie: "BamBams Vorgänger war absolut unverträglich. Am meisten gehasst habe ich Hundehalter, die ihre Hunde völlig unkontrolliert zu uns laufen ließen und nicht wussten wo ihre Hunde waren, während um meine Beine rum der aggressive Bär steppte. Da hätte ich morden können!" Sie: " Ich geh dann mal wieder zurück." Und verschwand.
So was wollte sie wohl nicht wissen. Frauchen grinste fies hinter ihr her und sagte: "Komm mein Schatz! Wir gehn nach Hause." Ich war einverstanden.
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