Hier schreibt das wirrköpfige Frauchen, denn das war spannend mit den beiden.
Sam ist ein 10jähriger, potenter Rüde und wohnt in der Nachbarschaft. Die Hunde kennen sich, aber wir sehen uns selten. Sams Hundesitter hatte kurzfristig abgesagt, darum wurde ich gefragt, ob ich mich heute und morgen um den Burschen kümmern kann. Na klar!
Draußen sind sie sich total wurscht. Sam mag mich und freut sich, wenn er mich trifft. Letzte Woche war ich dort zu einem späten Frühstück eingeladen. BamBam war mit bei denen im Haus. Das hat Sam überhaupt nicht interessiert. Er wollte tun, was er sehr gerne macht: vor der Haustür liegen bleiben und das Geschehen beobachten. Er ist dabei angeleint damit er nicht auf die Straße laufen kann, aber der will da echt nur liegen. Wenn er genug hat bellt er, dann kann er wieder rein. Und so blieb er dann draußen vor der Tür liegen, während BamBam zum ersten Mal sein Reich betrat und da überall rumlief. Null Problem, wenn BamBam also mal zu denen müsste.
Heute morgen haben wir nun einen längern Waldspaziergang gemacht. Sam zieht und ist wesentlich flotter drauf, als mein alter Grauling. Wenn ich ihn abgeleint hätte, wär er wohl in den Wald gegangen. Diese Tendenz hat BamBam ja überhaupt nicht. Aber es war alles gut.
Aber der Heimweg vom Wald durch den Ort nach Hause war großartig. Das
ging so zügig, ohne rumzuschnüffeln, einfach immer nur vorwärts. BamBam
rechts neben mir, Sam rechts neben BamBam, so bin ich mit beiden ohne
Stop bis nach Hause gelaufen. Das konnte ich mit BamBam alleine noch
nie.
Weil ich noch zum Zahnarzt musste hab ich Sam danach nach Hause gebracht, meinen Krempel erledigt und ihn dann wieder abgeholt und mitgenommen zu uns.
Ich hab immer gesagt: BamBam lässt jeden Hund unangemeldet zu uns in die Wohnung, jeder Hund darf aus BamBams Wassernapf trinken und jeder Hund darf auch essen, was rumliegt.
In diesem Fall war ich etwas vorsichtiger und hab vorher schon alles Rumliegende vom Boden genommen und den Futternapf auch hoch gestellt, obwohl der leer war.
Schließ ich die Wohnung auf, spreche BamBam an - und der kommt bellend vom Bett geschossen. 😁 Sam geht sofort in "Hengststellung", schließlich ist er ein stolzer, potenter Kerl, beide laufen umeinander rum, als hätten sie sich noch nie gesehen. Und beide bleiben cool.
Sam natürlich überall hin, alles kontrolliert, alles abgeschnüffelt, total aufgeregt. BamBam liegt auf seinem Bett wie die Sphinx und beobachtet ihn. Alles prima. Total in Ordnung von beiden.
Es gab auch im Weiteren keine Probleme mit den beiden. Aber es gab zwischendurch so kleine Momente wo BamBam ihm sagte: Das hier gehört mir! Vergiss das nicht!
Sam läuft noch mal ne Runde durch die Wohnung und plötzlich verstellt BamBam ihm den Weg. Nur ein Sekundenbruchteil, er hätte das auch nicht gemusst, das war volle Absicht - und dann geht er weiter und lässt Sam rumlaufen.
Sam liegt im Durchgang vom Wohnzimmer in den Flur. Bambam will in die Küche, trinken, muss an ihm vorbei. Einer von beiden knurrt, ich weiß nicht wer, aber ich vermute es war mein eigenes Saunickel. Ich sofort laut: "Eeeyy!" Sofort Ruhe, BamBam geht an Sam vorbei in die Küche.
Darum hab ich gut aufgepasst, und sie nicht aus den Augen galassen. Als BamBam auf dem Boden lag und Sam zu ihm hinwollte, mit vorgestrecktem Kopf, hab ich das mit einem lauten "nein, Sam!" sofort unterbunden und Sam ging weg.
Gemeinsam füttern, wie ich das mit Balou und BamBam mache, würde ich die beiden noch nicht. Sie haben beide ihren Platz zugewiesen bekommen, als wir in der Wohnung waren. BamBam auf seinem Bett, Sam unterm Tisch und dort haben sie auch beide etwas Käse bekommen.
Balou liegt auch auf BamBams Bett, wenn er bei uns ist. Das würde ich Sam noch nicht erlauben. Dass Sam neben mir auf meinem Bett lag , war BamBam egal.
Heute war das alles zum ersten Mal und ungewohnt für beide Hunde. BamBam wusste noch nicht, dass Sam nicht bleiben wird und er keine Angst um sein Refugium haben muss. Sam wusste noch nicht, dass ich ihn auch wieder nach Hause bringe. Er hat die ganze Zeit die Wohnungstür hypnotiesiert, ist aber dann irgendwann auch im Flur eingeschlafen.
Morgen sitten wir ihn noch mal und nach dem Waldspaziergang gehen wir dann gemeinsam wieder zu uns. Das dürfte dann noch besser gehen. Und wenn wir Sam öfter sitten, wird das auch sicherlich immer entspannter.
Ich bin jedenfalls stolz auf die beiden. Und ich hab sehr gestaunt, dass mein Hund auf "potenter Rüde" macht, obwohl er eigentlich ein kastriertes Schaf ist. 😁😂😁



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