BamBam ist mit 12 Jahren ein alter Hund. Er ist körperlich fit, da fehlt ihm nix. Verdaung ist auch immer noch in Ordnung. Aber die Gassigänge müssen öfter werden. Früher bin ich alle 5 bis 6 Stunden mit ihm rausgegangen und dann wars immer noch nicht eilig.
Das ändert sich gerade. Nachdem er mir 2 Mal ins Haus gepinkelt hat, weiß ich nun, dass 5 bis 6 Stunden zu lang sind. Ich weiß inzwischen dass die Tage an denen es Fleisch gibt - das ist jeder 2. Tag - mehr Urin produzieren, als die Tage dazwischen. Frage mich bitte keiner, warum das so ist, aber es ist so. Um auf der sicheren Seite zu sein, geh ich an den Tagen alle 3 Stunden mit ihm raus. Und dann lässt er jedes Mal ziemlich viel rauslaufen. An den Tagen dazwischen dürfen es auch 4 Stunden sein. In der Nacht hält er noch ca. 9 Stunden aus. Länger zu warten trau ich mich dann nicht. Wir sind also jetzt auch morgens immer eine Stunde früher unterwegs. Ob das eine beginnende Inkontinenz ist oder ob sich einfach der Stoffwechsel verändert, kann ich noch nicht abschätzen. Wenn ich alle 3 bis 4 Stunden mit ihm rausgehe, hat er das Pipi unter Kontrolle. Wenn der Druck zu groß wird, kann er es nicht "abschalten" und es läuft weiter, auch beim Gehen.
Erschwerend für mich kommt hinzu, dass er den Gassibedarf nicht mehr kommuniziert wie früher. "Musst du Pipi?" oder "Sollen wir Pipi gehen?" wurde immer ganz deutlich beantwortet: hinsetzen war "nein", hibbeln oder zur Tür laufen war "ja". Das macht er nicht mehr. Wenn ich ihn heute frage, schaut er mich nur an, ohne irgendeine Reaktion. Wenn er geschlafen hat, aufsteht und zu mir kommt, weiß ich inzwischen, dass ich dann besser sofort mit ihm rausgehe, auch wenn es nur so aussieht, als würde er betteln. Rausgehen ist dann nie umsonst. Oft geht er dann gezielt an einen Baum oder eine Hecke, lässt rauslaufen und will wieder rein.
Der Vormittag hat ihm ja immer gehört. Das ist keine nennenswerte Umstellung. Aber der restliche Tagesablauf muss jetzt alle 3 bis 4 Stunden unterbrochen werden. Dinge die ich ohne ihn machen muss, wie Einkaufen, Arzt, Fitnes-Studio, muss ich immer so planen, dass er vorher und nachher raus kann, sonst hab ich keine Ruhe mehr. Mein alter Schatz fordert jetzt Zeit von mir ein. Fällt mir ein Sprichwort ein:
"Hunde schenken uns alle Zeit ihres ganzen Lebens. Von uns bekommen sie die Zeit, die wir für sie übrig haben."
Da ist was dran. Sie müssen oft viele Stunden warten, bis wir uns mit ihnen beschäftigen können. Das hat noch nicht mal was mit schlechter Hundehaltung zu tun, das ist einfach so.
Batzi und Banjo - seine Vorgänger bei mir - hatten dieses Gassi-Problem nicht. Sie wollten eher seltener raus. BamBam fordert Zeit.
Er bringt gerade ein bisschen Durcheinander in die Tagesroutine. Aber das ist ok. Wenn er damit normal altert und einfach nur an Altersschwäche stirbt, dann werde ich ihn noch lange haben. Ich wünsch mir das für ihn und ich werd ihn dabei nicht im Stich lassen. Wir beide werden zwar nicht zusammen sterben, aber wir werden zusammen alt!
Gerade auf dem Hof hab ich noch mit einer anderen Hundehalterin aus dem Haus drüber gesprochen, wie unmöglich es für uns wäre, einen alten Hund wegzugeben, weil er Mühe macht. Banjo war so ein Opfer, als er zu mir kam, mit 12 Jahren, also so alt, wie BamBam jetzt ist. Wie Scheiße muss man drauf sein, einen Hund in dem Alter wegzugeben? Ein Tier, dass einem 12 Jahre lang vertraut hat! Dem reißt man doch den Boden unter den Füßen weg. Das könnte ich dem Grauschatz niemals antun. Er ist ein Teil von mir.
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