Mittwoch, 13. Januar 2021

Mein Hund ist einfach nur alt.

Nachdem ich Frau Doktor alles erzählt hatte, was ich so genauer beobachtet hatte, und sie mir erzählte, was wäre, wenn er "Herz" hätte, und warum sie "Bauch" ausschließt, steht ziemlich fest, dass er dann andere körperlich Symptome hätte, als die, die er hat. 

Sauerstoffmangel -  dann wären die Schleimhäute betroffen und das sind sie nicht. Dann könnte es auch sein, dass er einfach mal spontan richtig schlapp macht und kurz von den Füßen kippt aber das tut er nicht. Bauch: dagegen spricht seine perfekte Verstoffwechselung allen Futters, dass er kriegt. Zucker: auch wenn mir seine Trinkmenge viel erscheint, ist sie im durchschnittlichen Bereich für einen Hund seiner Größe. Die soll ich aber bis zum nächsten Vorsprechen wirklich mal messen. Was ich hinstelle, was ich davon wegschütte und in welchem Zeitraum das gemessen ist. 

Aber wirklich alle Symptome passen zu Rücken. "Wenn Sie morgens mit dem 1 bis 1,5 Stunde durch den Wald laufen, dann ist der auf dem Heimweg kaputt. Hat evtl. sogar bisschen Schmerzen im Rücken und das Maul tropft." - "Wenn der nach dem Schlafen kurz mit rundem Rücken durch die Wohnung läuft oder gebuckelt mit Kotzhaltung da steht, dann sind das eher die Spondylosen, als der Bauch." Das war so sinngemäß ihre Aussage.

Die körperliche Untersuchung hat ergeben, dass er im Rücken weniger mit Schmerz reagiert, wenn sie den belastet oder biegt, als bei der Untersuchung als wir mit Schmerzmitteln angefangen haben.

Ich hab ihr im vergangenen Jahr mal erzählt, dass es mein größter Albtraum sei, dass er was schlimmes hat und ich merks nicht. Wir kamen also gemeinsam zu dem Ergebnis, dass eher ICH am Rad drehe, als das der Hund ernsthaft krank ist. Ich soll runter fahren, das Morgengassi kürzer machen. Er soll sich bewegen, aber es darf auch weniger sein.

Er nimmt kontinuierlich ab. Das erklärt sie mit altersbedingtem Verlust der Muskulatur. Soll ich beobachten.

Das Geld für Herz- oder Bauchschall wären nach ihrer Meinung besser angelegt, wenn ich ihn ein paar Mal mit Schmerzimitteln quaddeln ließe. Das haben wir dann am Ende auch gemacht. Kosten, incl. Untersuchung 65 Euro. Jetzt soll ich beobachten. Das müsste wegen des Cortisons 2 bis 3 Tage wirken.

So siehts aus. Diagnose: Frauchen macht sich verrückter als nötig.

 

Update 21.1.21

Nachdem ich jetzt ein paar Tage die Gassis auf Ölberg-, Siedlung- und Sportplatzrunden begrenzt habe, nehme ich einen Hund mit nach Hause, der nicht aus dem Maul tropft und der ein bisschen zügiger nach Hause geht. Getrödelt und mir Lecker-Versprechungen abgerungen damit er weitergeht - das hat er ja immer gemacht. Damit wickelt er mich halt um den Finger, immer schon. Aber dabei guckt er mich eher herausfordernd an, statt dass er wie schlapp steht und tropft. 

Die Busfahrt in die Stadt zum Markt werde ich ihm auch ersparen. Er ist mir jetzt zwei mal im Bus fast umgefallen, weil er sich bei plötzlichem Bremsen oder in scharfen Kurfen nicht ausbalancieren konnte. Der Bus und der Fußweg zum Markt und zurück und dann wieder Bus - danach ist er platt.

Aber zuhause ist er fröhlich. Wenn ich ein Futterspiel vorbereite steigt er auf die Hinterbeine vor Ungeduld und spielt dann sehr lebhaft mit dem Zeug. Danach schläft er dann wieder stundenlang.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen