Donnerstag, 9. Juni 2022

Das hat er ja noch nie gemacht!


 Hier spricht mal wieder Frauchen:

Die Nacht war stressig. Irgendwann gegen 2 Uhr fing er an rumzulaufen und zu hecheln. Die Frage ob er raus müsse, wurde eindeutig mit "Nein" beantwortet: nachdem ich uns beide angezogen hatte und raus wollte, kam er einfach nicht mit. OK? Was hast du dann?

Er lief in die Küche, trank aus einem fast leeren Wassernapf, hab ich den aufgefüllt. Er schleckte mit Hingabe seinen leeren Futternapf leerer. Hab ich ihm was zu essen gegeben. Das hat ihn 2 Minuten beschäftigt, dann wieder rumrennen, hecheln. 

Irgendwann blitzte es draußen. Ach so! Alles klar! Nur Wetterleuchten. Unser Himmel sah nicht gefährlich aus, es gab keine Donner. Also Jalousien (innen) runter, blickdicht gedreht, Vorhänge zugezogen. Reichte nicht. Licht an gemacht. Reichte auch nicht. 

Und dann passierte es: er stieg mit den Vorderpfoten auf mein Bett. Ich hab ihn ermuntert, ganz raufzukommen. Dabei ist er vor lauter Stress mit den Hinterbeinen wieder runtergerutscht und ich hab ihn festgehalten, bis er wieder drauf war. 

Und dann lag dieser große Hund zum ersten Mal in seinem Leben auf meiner Rechten Seite, ausgestreckt,  in meiner Umarmung und ich merkte, dass er sich entspannte. Dann fiel der Kopf auf meine Schulter und da ist der tatsächlich eingeschlafen. 

Dafür musste dieses Tier erst 14 Jahre alt werden.

So
hat er noch nie bei mir im Bett gelegen. Wenn wir in Urlaub waren gerne am Fußende, wohl damit er merkt, wenn ich aufstehe und weggehe. Auch zuhause mal, am Fußende, aber maximal 5 Minuten.

Das Gesetz sagt, dass man als Mensch in dieser Situation alles, aber auch alles Unangenehme ertragen muss. Dass man sich nicht zu bewegen hat, damit der Hund entspannt bleiben kann. 

Ich kam nicht an den Lichtschalter. Ich war nur auf der rechten Körperseite warm, weil er da lag. Die linke Seite war kalt, weil nicht zugedeckt. Ich musste auf dem Rücken liegen. Bei Licht kann ich nicht gut einschlafen. Aber ich lag fett grinsend im Bett, hab die Nase in sein Fell gesteckt und war glücklich. 

Das durfte ich ca. eine halbe Stunde aushalten, bis er aufwachte, verdutzt guckte, aufstand, schüttelte und sich auf sein eigenes Bett legte. 

Das war ein Geschenk und wird auf ewig erinnert werden. 💓


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