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| Der Schläferhund am 30.9.22 |
von Frauchen:
Meinem alten Schatz geht es immer noch gut. Wir brauchen keine Medikamente, er hat keine Schmerzen, aber die Kondition wechselt täglich, meistens abhängig vom Wetter: Nässe mag er so gut wie gar nicht mehr, da will er manchmal nicht mal zum ersten Gassi am Morgen wirklich raus. Aber das muss er dann mit ein bisschen Gewalt.
Ende September ist er mir draußen mal umgefallen. Er musste kotzen. Morgenkötzeln, nur gelber Schleim, das ist nicht ungewöhnlich. Konnte ich viele Jahre mit einer kleinen Leckerchengabe nach dem Aufwachen verhindern, aber das funktioniert jetzt nicht mehr wirklich. 2 bis 3 Mal in der Woche passiert das jetzt und Leckerchen werden dann auch mit ausgekotzt. An diesem Tag war der Kotzreflex aber so stark, dass es ihn von den Beinen gehauhen hat. Zuerst sind die Hinterbeine weggeknickt, dann ist der ganze Hund umgefallen. Ich konnte ihn aufrichten - er wollte auch selbst sofort wieder aufstehen - und hab ihn gehalten. Das Herz raste. Als ich merkte, dass er wieder sicher steht, hab ich ihn gelassen und wir konnten langsam nach Hause gehen. Seit dem geh ich auch nicht mehr die Runde über die Schnepprute und den Ölberg. Wir bleiben beim Hochhaus, Wendehammer Vinzenz-Feckter und Sportplatz. Da ist Wiese und "Wald" genug.
Das Futter schmeckt immer noch. Sein ganzes Leben lang musste ich die Konsistenz des Outputs übers Futter regeln. Das hat immer gut funktioniert. Kalbsbrustbein machte weich, Hühnerhals machte fest. Frühjahr bis Anfang Sommer musste Gemüse (Ballaststoffe) ins Futter, weils zu hart war. Das darf jetzt wieder nicht mehr, weil es zu schmierig ist. Seit ca. 3 Monaten kriegt er einen Rindermix mit Knorpel drin, das machte die Sache wieder fester. Jetzt darf der auch nicht mehr, weils zu dünn wird. Hühnerhals wär wohl jetzt gut, aber er darf kein Huhn mehr. Mein Problem ist, dass er sich kein "Grün" mehr sucht zum Kacken. Wo es kommt, fällt es raus und dann liegt es weich und schmierig auf dem Bürgersteig. Das ist dann eine echte Aufgabe, das wegzumachen. Ich schmier dann mit Tempo rum, um es in die Kacketüte zu kriegen. Kein Spaß, darum liegt mir dran dass es wenigstens geformt bleibt. Bis jetzt gelingt das zwar immer wieder, aber Tempo ist jetzt draußen so wichtig, wie Kacketüten.
Alle paar Wochen kriegt er mal Krämpfe, wie bei Durchfall. Dann funktioniert 1 Buscopan, 10 mg, und die Krämpfe hören auf. Dann gibts Kohlekompretten ins Futter. So ist immer irgendwas anders und ich jonglier rum. Bin mit dem Jonglieren aber auch immer innerhalb eines Tages erfolgreich und es geht ihm wieder gut.
Regelmäßige Zugaben im Futter sind jetzt:
- Bierhefe und 1 bis 2 Würfelchen Schafskäse täglich für die Darmflore
- gemahlene Queckenwurzel für eine kräftige Blase, er ist nicht mehr inkontinent
- Leinöl
- Ginko für gute Durchblutung im Kopf
Der Kopf:
Im Kopf altert er am schnellsten. Er kann immer noch hören, sehen und riechen aber nicht mehr so gut wie früher. Sogar Käsewürfelchen, die ich ihm zum Suchen in die Wohnung schmeiße, findet er nicht mehr alle. Die findet dann irgend ein Besuchshund oder ich zeig sie ihm.
Draußen erschreckt er sich öfter, weil er was nicht schnell genug erkennt. Manchmal auch vor "Gnomen", die ihn berühren, dann springt er plötzlich zur Seite und für mich ist kein Grund zu sehen.
Er steht oft und überlegt, wo er denn lang will oder warum er steht, wo er steht, ich weiß es nicht. Ich versuch durch Vorausgehen und ermuntern "komm, wir gehen hier", ihm die Entscheidung zu erleichtern. Wenn das nicht nicht funktioniert, dreh ich ihn einfach um und er läuft wieder nach Hause. Er ist eh am liebsten zuhause.
Er arbeitet immer noch gerne Karton-Aufträge ab. Dabei springt er rum wie ein Junghund, aber das Tempo hält er auch nicht mehr bis zum Schluss durch. Es bleibt auch schon mal eine Klorolle voll liegen. Und stabilere Kartons ermüden ihn schnell. Dünne Kartons und Eierkisten gehen aber immer noch gut. Danach pennt er den Schlaf des Erschöpften. 😁
Andere Hunde:
Er ist immer noch neugierig "wer kommt da". Sobald er das aber weiß und den Hund kennt, ist es gut. Er muss da nicht mehr hin. Nur kleine Hunde, Siddi (auch 15, ein Mädchen aus seinem Junghunderudel) und Oskar (ein Mix) sind wirklich willkommen und können ihn noch zu einem verspielten Hüpfer überreden. Zu niedlich!
Welpen, wir haben eine Boxerhündin neu in der Siedlung, sind nervig. "Frauchen mach das weg!" Oder er läuft einfach alleine weg, während Frauchen noch schnell den Welpen knuddelt.
So gehen wir jeden Tag aufs Neue an, immer langsam aber immer noch gesund und für sein Alter auch immer noch relativ munter.

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