Sonntag, 9. Juni 2019

Die Killerkatze lebt! Noch!

Katzen müssen sich vor mir nicht fürchten. So lange sie hocken bleiben. Rumsitzende Katzen nehme ich kurz knurrend zur Kenntnis, dann lass ich sie links oder rechts liegen und geh weiter. Shiela in der Nachbarschaft weiß das.



Die anderen wissen das nicht. Sie springen auf und rasen davon und dann kann ich nicht anders: mein Rasegen springt an und ich muss hinterher. Ich hab noch nie eine gekriegt. Wenn ich eine kriegen würde, tät ich sie freundlich begrüßen und sie allenfalls zu einer weiteren Rasejagd auffordern, aber tun tät ich ihr nix.

Mit der Killerkatze ist das anders. Die wohnt auch in der Nachbarschaft. Ihr Garten grenzt an meinen Fußweg zum Füllosophenhügel. Wenn Frauchen sie zeitig genug sieht, dreht sie um und ich muss mit ihr wo anders lang gehen. Wir sehen sie selten und Frauchen ist noch arglos, wenn wir da vorbeigehen. Aber heute hat sie gelernt, dass sie wieder aufpassen muss. Die Hitze lockt sie wohl in ihren Garten und dort lauert sie dann auf mich.

Die Killerkatze greift an! Und das kann ich mir nicht gefallen lassen. Heute blieb sie hinter ihrem Zaun und versuchte, mich durch den Zaun auf die Nase zu hauen. Ist ihr zum Glück nicht gelungen. Ich versuch sie zu fassen und bin entsprechend laut dabei, Frauchen hat ein Mordsterz mit mir gemacht, dass ich weitergeh und das Vieh leben lassen soll. Die idyllische Sonntagsruhe der Nachbarschaft wurde von  kriegerischem Lärm unterbrochen. Und zu allem Überfluss krieg ich laute Schimpfe, weil die Killerkatze mich töten will? Gehts noch?

Wenn wir dann weitergehen, kommt die Killerkatze durch den Zaun und verfolgt uns, mit Buckel und fauchend, bis wir von diesem Fußweg runter sind. Der Fußweg gehört ihr. Meint sie jedenfalls.

Eins wissen wir aber inzwischen auch: einen Nahkampf ohne Zaun will die Killerkatze auch nicht. Neulich lag sie auf dem Fußweg. Ich hab sie zuerst gesehen, bin hingerast, Frauchen schrie hinter mir her - aber die Killerkatze ist abgehauen, bis sie sicher hinter ihrem Zaun war. Und da gabs dann den gleichen Lärm wie heute. Frauchen sagte: "Sterben will sie nicht. Aber sie will dir Augen und Nase zerkratzen. Werd nicht leichtsinnig, mein Hund!"

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